Neues Jahr – Neue Aufgaben

Im Januar, pünktlich zum Schulbeginn nach den großen Sommerferien, hat auch bei ‚Dance for all‘ der Tanz- und Arbeitsalltag wiederbegonnen.

Das neue Jahr bringt für uns Freiwillige neue Aufgaben mit sich:
DFA möchte uns ab sofort an auch im Bereich des Fundraisings einbinden. Zum Einen sollen wir unsere für das Fundraising zuständige Kollegin unterstützen. Zum Anderen haben wir die Aufgabe bekommen, eigene Ideen zu entwickeln, wie DFA sich zusätzlich finanzieren kann. Spontane Ideen, wie ein Flashmobb, einen ‚Dance-a-Thon‘ oder eine Open house/Behind the scenes-Tour‘ müssen jetzt erst einmal mit Struktur und Planung versehen werden – in jedem Fall eine Sache die viel Freiheiten aber auch große Verantwortung mit sich bringt.

Eine weitere Neuigkeit ist der Start des sogenannten „Bridging-Programmes“. Wie der Name schon sagt, soll dieses eine „Bridge“, also eine Brücke zwischen Schule und Beruf bilden. Die ausgewählten Schüler, die alle die Schule beendet haben, bekommen hier ein ganztägiges Training in verschiedenen Tanzstilen, sowie Einblicke in Lehrmethoden. Diese Ausbildung soll den jungen Tänzern den Weg in eine professionelle Tanzkarriere ebnen, sie auf Auditionen für weitere Ausbildungsprogramme und Compagnien vorbereiten. Gestartet haben wir dieses Programm im Februar mit 6 jungen TänzerInnen.

Schön ist für uns, dass die Bridging-Schüler alle ungefähr in unserem Alter sind und wir die Möglichkeit haben von Zeit zu Zeit in ihre

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Vorhang auf und Bühne frei…

…hieß es am Samstag, den 9.12.2017 für unsere fleißigen DFA Schülerinnen und Schüler und ihre Show „Music à la Carte“.

Das Highlight zum Ende des (Schul-) Jahres war definitiv die alljährliche große „End of the year – Performance“. Unter dem diesjährigen Titel „Music à la Carte“, führten die Schüler Stücke zu vielen bekannten Klassikern der Musik- und vor allem Musicalgeschichte auf.

Die größte Aufführung des Jahres bedeutete für uns Freiwillige selbstverständlich eine ganze Menge Arbeit. Gefühlte tausende Kostüme mussten gefunden, anprobiert und vorbereitet werden. Da die Proben für die Show auf die gleiche Zeit wie die Abschlussprüfungen in der Schule fielen, waren die Tage zuvor sowohl für Schüler, als auch Tanzlehrer ein wenig stressig, doch davon haben sich Nora und ich glücklicherweise nicht beirren lassen.
Am Samstag, den 09. Dezember 2017 war dann endlich der große Tag gekommen. Nach stressigen Stunden, gefüllt damit Kostümchaos zu beseitigen, hibbelige Kinder zu schminken und letzten Änderungswünschen unserer Chefin Allison gerecht zu werden, hieß es endlich „Vorhang auf“.

Im Endeffekt hatte sich die viele Arbeit mehr als gelohnt und es war wundervoll und irgendwie auch sehr emotional unsere Kids auf der Bühne zu sehen.
Ein wenig schade war, dass das Publikum nicht unbedingt zahlreich ausfiel und der Saal nur rar besetzt war. Dies liegt wohl aber einfach daran, dass für viele Familien die Karten und die Transportkosten zur Aufführungsstätte finanziell nicht zu stemmen sind.
Sehr schön war, dass einige unserer Kapstädter Mitfreiwilligen, ebenfalls zum Zuschauen kamen.

Mit diesem aufregenden Abschlussereignis begannen dann die Sommerferien…

Hier einige Impressionen:

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© Nora van Braam

 

‚Was ich so den ganzen Tag mache‘ – Meine Arbeit bei Dance for all

‚Was ich denn eigentlich so den ganzen Tag mache?‘ – Das ist wahrscheinlich die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme… hier also die Antwort:

Mein Arbeitstag beginnt jeden Morgen um 10:00 Uhr. Wenn ich nicht zu spät komme, was bei den Eigenheiten der hiesigen öffentlichen Verkehrsmittel (diese sind noch so eine Geschichte für sich, die demnächst einen eigenen Blogbeitrag verdienen) aber leider des Öfteren vorkommt, treffe ich also um 10 Uhr in der Dance for all Academy in Athlone ein. Begrüßt werde ich mit einem motivierenden „Good morning!“ und der hier üblichen Standartfrage „How are you?“ zunächst von unserer super netten Security Lady, gefolgt von unserer Rezeptionistin und allen anderen Kolleginnen und Kollegen denen ich so über den Weg laufe, bis ich schließlich in der ‚Wardrobe‘ auf meine wundervolle Mitfreiwillige Nora treffe.

Die Frage nach dem Befinden des Anderen ist hier so eine Sache für sich. Und vor allem ist sie absoluter Usus. Ob man die Person kennt oder nicht, jedermann begegnet sich mit einem „Hello, how are you?“ und der geläufigen Antwort und Gegenfrage „Good! And yourself?“. Einem „Mir geht es nicht so gut“, „Total im Stress“, „Frag lieber erst gar nicht…“ oder sonstigen, eher weniger optimistischen Antworten, wie wir es aus Deutschland gewohnt sind, begegne ich hier so gut wie nie.

Aber zurück zu meiner Arbeit:
Bis jetzt liegt der Schwerpunkt unserer Aufgaben vor allem auf den Kostümen und allem Dazugehörigen. Unser Hauptverantwortungsbereich ist die ‚Wardrobe‘, also der Kostümfundus. Hier verbringen wir bis jetzt den Großteil unseres Tages. In der ‚Wardrobe‘ findet sich alles Mögliche von Kostümen und Schuhen jeglicher Art und Tanzrichtung, über Accessoires und Requisiten, bis hin zu normaler Trainingskleidung. Eine wichtige Aufgabe ist es, für anstehende Aufführungen die jeweiligen Kostüme vorzubereiten, Kostümproben durchzuführen und Teile nach Bedarf anzupassen und zu ändern. Hierbei werden wir von einer Schneiderin, eine unserer wunderbaren Kolleginnen, unterstützt. Ansonsten geht vor allem es darum, alles sauber und in Ordnung zu halten, zu waschen und den Kostümverleih, den Dance for all nebenher betreibt, zu verwalten.

Bei Auftritten helfen wir den Gruppen backstage sich fertig zu machen, kümmern uns um Haare und Make-up und sind mehr oder weniger „Mädchen für alles“ für Notfälle wie gerissene Strumpfhosen, vergessene Ballettschuhe oder einfach dafür da, die jüngeren Schüler „in Zaum zu halten“.
Einzelne Dance for all Gruppen werden häufig zu (Tanz-)veranstaltungen oder Festivals eingeladen, bei denen sie Teil des Programms sind. Davon gibt es in Kapstadt recht viele, was sehr schön ist. Die Aufführungen sind eine Zeit, die ich immer besonders genieße. Hier können wir am meisten Zeit mit den Kids verbringen, sie von Auftritt zu Auftritt besser kennenlernen.

Ein dritter Aufgabenbereich ist die Rezeption. Hier unterstützen wir unsere Rezeptionistin zeitweise die Rezeption zu besetzen und Anrufe entgegen zu nehmen. Ab und an übernehmen wir auch Aufgaben in der Administration oder helfen einfach nur Ordnung und Struktur in einen Berg von Dokumenten zu bringen.

 

Fotos von meiner lieben Mitfreiwilligen Nora.

Mein neues Zuhause

Mein neues Zuhause ist mit zwei meiner Mitfreiwilligen, bei einer super netten Gastfamilie in dem Stadtteil Grassy Park. Grassy Park ist ein sogenanntes Suburb, so werden die Viertel bezeichnet, in welchen überwiegend Coloureds wohnen.

Ich fühle mich hier sehr wohl und habe die Erfahrung gemacht vielen offenen, kommunikativen und kontaktfreudigen Menschen zu begegnen. Anfangs ungewohnt und teilweise auch etwas befremdlich, war es, sehr häufig von fremden Menschen angesprochen zu werden. Ob auf der Straße, in Läden oder im Zug, immer wieder wird man angesprochen. Viele interessieren sich für unsere Herkunft, fragen neugierig welche Sprache man spräche und was man hier in Kapstadt tue. Andere rufen einem einfach nur Dinge wie „Good morning Germany“ hinterher und gefühlt jeder Zweite erzählt einem voller Euphorie, dass er unbedingt einmal nach Deutschland reisen und Deutsch lernen wolle. Die Tatsache auf Grund des eigenen Aussehens, das nun mal offensichtlich verschieden zu dem der Mehrheit der hier lebenden Menschen ist, heraus zu stechen und automatisch aufzufallen, ist eine neue Erfahrung. Eine Erfahrung, die für mich persönlich zu Beginn gewöhnungsbedürftig war. Dennoch eine, mit der man sehr schnell lernt umzugehen und mit der ich mich inzwischen wohlfühle.

An Grassy Park besonders, ist, dass hier sehr viele muslimisch gläubige Menschen wohnen. Fährt man durch die Straßen fallen die vielen muslimischen Lädchen, Schilder mit „Halaal Food“ und eine Moschee auf. Genauso gibt es hier aber viele Kirchen und christliche Glaubensverbände. Glaube und Religion allgemein spielt in Südafrika eine sehr große Rolle. Hier kommt es schon des Öfteren vor, dass einen der Taxifahrer mit „God bless you“ verabschiedet, die Oma im Minibustaxi auf einen einredet, wie außerordentlich wichtig es sei an etwas zu glauben und man im Zug von Predigern mit sehr lautem und durchdringendem Organ begleitet wird.

Angekommen

Nach einer turbulenten und nicht ganz nach Plan laufenden Reise, die auf Grund von Verspätung eine etwas ungemütliche Nacht am Londoner Flughafen und einen Tag Aufenthalt in London beinhaltete, bin ich am 14. September endlich in Kapstadt gelandet. 24 Stunden Verspätung bedeuteten zwar, einen Teil des ersten Einführungs- und Orientierungsprogrammes zu verpassen, doch dank unserer pünktlich nach Plan angekommenen Mitfreiwilligen war dies schnell nachgeholt.

Herzlich in Empfang genommen wurden wir mit einer, von den vorherigen Freiwilligen organisierte, „Welcome & Farewell – Party“, deren Heimreise nun kurz bevor stand und in deren „Fußstapfen“ wir in den Projekten treten sollten. Ebenso verbrachten wir einen Tag gemeinsam in den jeweiligen Projekten, wo uns die Altfreiwilligen in unseren künftigen Arbeitsalltag und unsere Aufgaben einwiesen und uns mit den neuen Kollegen bekannt machten. Wir bekamen eine hilfreiche Schnelleinweisung zu allen möglichen wichtigen Dingen, wie beispielsweise dem öffentlichen Nahverkehr. So viele neue und vor allem wichtige Informationen kommen einem anfangs sehr viel und unüberschaubar vor. Doch mit der Zeit merkt man schnell, dass sehr Vieles ganz einfach nach dem Prinzip „Learning by doing“ funktioniert.

Mindestens genauso herzlich willkommen geheißen, wurden wir von unserem Mentor Thomas mit einem sogenannte „Braai“. Ein Braai lässt sich am einfachsten als Grillparty beschreiben. Es ist ein unterhaltsames Zusammenkommen von Freunden und/oder Familie, bei dem das Braaien, also das Grillen, im Mittelpunkt steht. Südafrikaner lieben es zu braaien, das stellt man schnell fest. Und eines darf dabei unter keinen Umständen fehlen: das Fleisch. Aber keine Sorge, auch als Vegetarier kommt man nicht zu kurz. Thomas kommt ursprünglich aus Deutschland, lebt aber schon seit 5 Jahren in Südafrika. Wir sind alle sehr froh, ihn als unseren Mentor an unserer Seite zu haben, da er bezüglich kultureller, gesellschaftlicher oder anderer Fragen jeglicher Art, sowohl den Blick oder die Herangehensweise von südafrikanischer, als auch von deutscher Seite verstehen, beurteilen und uns näher bringen kann.

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Meine Kapstädter Mitfreiwilligen und unser Mentor Thomas

Nun bin ich doch schon eine ganze Weile hier in der „Mutterstadt“, wie Kapstadt auf Grund der Tatsache, dass hier die ersten Menschen gelebt haben sollen, genannt wird. Noch lange habe ich nicht alles gesehen, erlebt, verstanden oder gelernt. Doch die bisherigen Geschehnisse, Erlebnisse, Orte und Personen haben einen ersten Eindruck hinterlassen. Einen Eindruck, der selbstverständlich noch alles andere als vollkommen ist und sich mit Sicherheit verändern oder wachsen wird, aber doch gewinnt man ein Bild von all‘ dem was einem hier so begegnet. Nach einem Jahr werde ich wahrscheinlich Seiten über solche Eindrücke, Einschätzungen und Erkenntnisse schreiben können aber für den Anfang genügt eine Kurzform, die ausbaubar ist:

  • Südafrika ist laut(-er) – Ob am Bahnhof, im Zug, im Supermarkt; hier wird sich oft und gerne mit lautem Organ unterhalten, gelacht oder gesungen.
  • Südafrikaner sind sehr kommunikativ und aufgeschlossen, insbesondere Fremden gegenüber – Schon oft wurde ich von Fremden angesprochen, woher ich käme, was ich hier mache oder Neugierige fragen welche Sprache wir sprächen. Selbstverständlich ist dies auch der Tatsache geschuldet, dass man ganz einfach auf Grund des eigenen Aussehens auffällt, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Menschen wirklich interessiert sind und es besteht keine Scheu Fremde anzusprechen.
  • Südafrika ist langsam(-er) – Allgemein herrscht hier eine recht entspannte Atmosphäre, welche sich auf die Lebensweise und den Alltag auswirkt. Es mag seltsam klingen, aber man hat das Gefühl, hier leben die Menschen einfach ein bisschen langsamer. Ein besonders treffendes Beispiel dafür ist das Tempo an der Supermarktkasse.